Manuscripte - Manuscripts - Manuscrits - Manoscritti

Antiquariat ABATON Katalog 1

 

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Horae Beatae Mariae Virginis. Mariae Heimsuchung. Elisabeth berührt den Bauch der schwangeren Muttergottes in stilisierter Felslandschaft. Lateinische Handschrift auf Pergament. Normandie, um 1420. Format: 169 x 116 mm1 Blatt mit 1 gr. Miniatur u. einer gr. Initiale in ganzseit. Bordüre, einer kl., in dreiseit. Randleiste auslaufenden Initiale sowie viele kl. Init. u. Zeilenfüller, alles in Gold u. Farben.

EUR 7600,00

Klicken zm Vergrößern Innige Darstellung der Heimsuchung Maria. Ehrfürchtig kniet die heilige Elisabeth vor der zentralen Figur der schwangeren Muttergottes und berührt mit ihren beiden Händen zärtlich deren gewölbten Bauch. Maria erhebt die Linke zum Segensgruß und umarmt die Tochter aus Judäa und Mutter Johannes des Täufers. Die Landschaft scheint in freudiger Erwartung der nahenden Geburt Christi zu jubilieren. Die zartgrüne Grasnabe läuft links und rechts in zwei bizarren Felshörnern aus, auf denen jeweils ein Ölbäumchen wächst. Die Felsen schwingen sich zu einem schützenden Bogen um die beiden Personen auf und werden von einem Purpurgrund hinterfangen, der mit reicher floraler Chrysographie geschmückt ist. Die frische Gesichtsfarbe der Muttergottes kontrastiert gegen die grauen Züge der schon alten Täufermutter, die ihre Haare mit einem weißen Kopftuch bedeckt. Ebenso setzen sich das leuchtende Blutorange des Umhangs der Elisabeth und ihr grünes Unterkleid gegen das göttliche Königsblau der Gewandung Marias ab. Leichte Schüsselfalten und Faltenkaskaden lassen noch den weichen Stil anklingen und zeigen das goldgewirkte Futter von Marias Mantel, unter dem sie eine hellblaue Tunika trägt. Die überaus üppige Goldbordüre mit Dornblattranken und Akanthusblättern greift die Farben Orange, Grün und Blau spielerisch auf. Die hübsche Initiale "D" mit Dornblättern und Schlingwerk auf Goldgrund leitet den Text "Deus in adiutorium meum ..." ein, der sich auf der 14-zeiligen Rückseite fortsetzt. 5 kleine u. 1 große Initiale sowie 4 Zeilenfüller und eine aufwändige dreiseitige Dornenblattranke rahmen den Text. Die unten links erwachsenden Ranke wird von einer blaublättrigen Blüte bekrönt, aus der ein kleiner Mönch mit roter Kutte und Tonsur hervorkommt. Dieser weist mit seinen Händen auf eine orangene Blüte in der Goldranke. Der Text in einer schwarzen, rubrizierten und leicht geneigten Textura. - Das Blatt recto rechts in die Bordüre ganz leicht beschnitten, Goldauftrag verso stellenw. etw. abgenutzt. Die Farben der Miniatur in besonders hellem, leuchtendem Kolorit und in mehreren, abwechslungsreichen Nuancen, die das Blatt zu einem besonders guten Beispiel der hohen Kunst französischer Buchmalerei im Herbst des Mittelalters machen.
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Innige Zusammenkunft von Maria und Elisabeth

Der Mönchen auf der Blüte mit der Dornenblattranke

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Horae Beatae Mariae Virginis. Pietà - Beweinung Christi. Die sitzende Muttergottes mit dem toten Christus auf dem Schoß, umgeben von vier Trauernden vor Landschaft mit Kreuz und Stadtsilhouette. Französische Handschrift auf Pergament. Frankreich, um 1500. Format: 156 x 102 mm, 1 Blatt mit 1 Miniatur.

EUR 5700,00

Klicken zm Vergrößern Exzellentes Beispiel für die Buchmalerei der französischen Frührenaissance. - Im Mittelpunkt thront die kostbar gewandete Muttergottes mit dem geschundenen Corpus Christi auf dem Schoß. Der Kopf des Heilands wird von der heiligen Veronika mit dem Schweißtuch gestützt. Zu Füßen Christi kniet Maria Magdalena, die den Deckel des goldenen Salbgefäßes anhebt. Die Betenden, Maria Mutter des Jacobus und die ägyptische Maria, ergänzen den Halbkreis der intimen Szene. Hinterfangen wird die Gruppe vom Kreuz, an das die zwei Leitern zur Abnahme des Leichnahms noch angelehnt sind. Im Mittelgrund deuten ein blühender Strauch und die frisch-grüne Wiese auf die durch Golgatha verheißene Erlösung. In der Ferne ragen links und rechts die Türme Jerusalems in den Horizont. Die meisterhafte Luftperspektive schafft Tiefenräumlichkeit. Vor die Darstellung ist im unteren Bilddrittel eine Tabula Ansata mit zwei Zeilen Text eingeschoben. Darum sind einige Arma Christi arrangiert: Hammer, Bohrer, Nägel , Dornenkrone. Die Köperbehandlung der Figuren zeugt ebenso von Naturbeobachtung wie von den Einflüssen der italienischen Renaissance. So erinnern die Gastalten der Veronika und Magdalena an die Malweise eines Pietro Perugino. Die Goldhöhungen sind äußerst feinen Haarpinseln ausgeführt und verleihen dem Blatt seine preziose Note. Auch die aufwändig gestalteten Rahmenbordüre verrät den neuen Stil: Goldene und blaue bzw. grüne Doppelsäulen tragen über Kapitellen einen mit Palmetten besetzten Spitzgiebel. Links hängt eine Ghirlande mit floralen und zoomorphen Grotesken herab. Die Konsole unter dem Sockel ist in der Manier Raffaels als Seraphim gestaltet. Das im Mittelalter entstandene Andachtsbild der Pietà wurde in diesem Blatt durch vier Personen zu einer renaissancehaften Beweinung Christi erweitert. Der 17-zeilige Text auf der Rückseite mit inniger Bitte um Gnade: "mon dieu, mon createur ie vous prie aussi pour mes parens, freres et seurs et amis et ennemys et pour toute la congregation des crestiens...". - Am Bug zwei minimale Braunfleckchen. Gold- und Farbauftrag unten leicht verblasst. Die auch kunsthistorisch interessante Miniatur in frischen, leuchtenden Farben bis auf kleinste Fehlstellen wohlerhalten.

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Rechenbuch - Machtel, Johannes, Rechen Buch vor mich Johannes Machtel. Alles zu größere Ehre Gottes. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland, ca. 1790 8° (22,2 x 17,5 cm). 102 beschriebene Bll. in Sepia, (falsch) gezählt von 1 bis 203 (S. 129 doppelt gez.) mit zahlr. ornamentalen Textschmuck in Rot und Grün. Hldr. d. Zt. mit Lederkanten und marmor. Deckelbez. (Rücken mit größeren Fehlstellen, Gelenke stark gelockert, bestoßen).

EUR 1200,00

Didaktisch aufgebautes Rechenbuch von den Grundlagen der Mathematik bis hin zu kompliziertesten Gleichungen. Nach einer Multiplikationstabelle mit dem Kleinen Einmaleins auf der Titelrückseite erklärt das Buch die mathematischen „Species“ der „Numeration, Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division“. Es folgt das „Addiren [Multipliciren etc.] Compositis, oder Münz, Maß und Gewichtrechnung mit zahlreichen Textaufgaben als Beispiele: „Ein großer Herr von Prag ist verstorben, und hat hinterlassen 12094,57 Hr. Sein Testament hat er gemacht: daß 150 Hr. ...“, „Regula Detri“, „Siebenzehner Rechnung“, „Abbreviren in Brüchen“, „Regula Soci[e]tates oder sogenannte Theil und Factori“, „Taara Rechnung“, „Regula Von gewin und Verlust Rechnung“, „Allegation Regl oder Vermengung Rechnung“, „Amplibutions Regl“ u.v.m. Die jeweiligen Kapitel sind durch große aufwändig gestaltete, teilweise sehr eigenwillige Typographie hervorgehoben, die mit dünner Feder doppelt gezogenen Buchstaben meist im Wechsel rot und grün gefüllt oder mit äußerst fantasievollen Ornamente wie Schlangenlinien, Kreuzen, Flechten, Blättern und Blüten versehen sind. Zahlreiche geometrische und florale Bordüren, kleine Kartuschen und Zeilenfüller sowie auf S. 147 eine Vignette mit einem von Zweigen umwachsenen Kruzifix, über dessen Kreuzesbalken die Schrifttafel „INRI“ und die Taube erscheint, zeigen dieses Rechenbuch als eine kindlich naive Schülerarbeit und als interessantes historisches Dokument für die Bürgerbildung des ausgehenden 18. Jahrhunderts. - Titel etwas fingerfl., die Farbe stellenw. gering durchgeschlagen oder etwas verwischt. Von gelegentl. späteren Bleistiftanstr. abgesehen sehr saubere und gut lesbare Handschrift. 

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Katalog 2 Kunstgeschichte Katalog 3 Fotografie  

Katalog 4 Mode

 

 

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